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Sierra Leone Notfallhilfe nach Explosion

Hintergrund

Am 5. November kam es zu einer gewaltigen Explosion, als ein Tankwagen in Wellington, einem Vorort von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, mit einem anderen Fahrzeug zusammenstieß. Der Vorfall ereignete sich, als der Tankwagen eine nahe gelegene Tankstelle ansteuerte. Die Zahl der Todesopfer stieg auf über 144. Viele der Betroffenen befinden sich noch immer in Krankenhäusern, während Ärzte, Krankenschwestern und Freiwillige versuchen, Leben zu retten. Das sierra-leonische Gesundheitssystem verfügt über keine speziellen Behandlungsstationen für Brandopfer, so dass dem Krankenhauspersonal die nötige Ausrüstung schnell ausging. Den Ärzten fehlen seither überlebenswichtige Medikamente zur Behandlung akuter Schmerzen; Antibiotika und dazu meldeten sie Knappheit an einfachem Equipment, wie medizinischen Handschuhen. Alles zusammen stellt eine große Herausforderung für das Land dar. Als sich die NDMA und die Stadtverwaltung mit einer Liste dringend benötigter Gegenstände an uns wandten, wussten wir sofort, dass unser schnelles Handeln unerlässlich war.

Unser Projekt

Ein Tag nach der Explosion schickte uns die National Disaster Management Agency (NDMA) eine Liste mit dringend benötigten Gegenständen und Medikamenten. Bei der Bereitstellung der Güter standen wir vor verschiedenen Herausforderungen: Zunächst haben wir uns an deutsche Krankenhäuser und Apotheken gewendet, um die Verfügbarkeit der medizinischen Güter zu überprüfen.

Wichtig war dabei zu beachten, welche der Medikamente und Hilfsgüter für den Transport nach SL verwendet werden dürfen. Da es weltweit strenge Regularien bezüglich der Ein- und Ausführung von medizinischen Gütern gibt, haben unsere Juristen im Team die Sachlage ordentlich überprüft. Unser Partner Brussels Airlines sicherte uns ebenfalls am Samstag mehr als zwei Flüge für mehr als 20 Kisten (ca. 500 kg) kostenlos nach Freetown zu. Da die Flüge allerdings von Brüssel gingen, mussten wir einen Weg finden, die Spenden nach Belgien zu transportieren. Die Resonanz bei der Spendenakquise in Deutschland war überwältigend. Wir erhielten Zusagen aus der ganzen Republik, was dazu führte, dass jeder Transport einzeln geplant werden musste. Dank der hervorragenden Arbeit unseres Logistikteams, das alle möglichen Transportwege abwägte, gelang es uns, gleich beide Flüge innerhalb der ersten acht Tage nach der Explosion mit Hilfsgütern zu beladen.

Was wir bisher geschafft haben

Die Spendenakquise war äußerst erfolgreich. Durch den engen Kontakt zu den Krankenhäusern in Freetown, Sierra Leone, erstellten wir eine Liste, die als als Grundlage bei der Aqkquise dienen sollte. Wir einigten uns auf die zehn wichtigsten medizinischen Hilfsgütern und Medikamente um eine effiziente Suche. Innerhalb der ersten paar Tage transportierten wir über 200 kg schwere Boxen voller lebensrettender Güter nach Brüssel. Die Spenden kamen aus München, Bad Kreuznach, Stuttgart, Dortmund und Berlin. Nach sechs Tagen harter Arbeit, Hunderten von Anrufen, E-Mails und mehr als 30 Freiwilligen, die an dem Projekt arbeiteten, hob der erste Flug am Donnerstag nach Freetown ab. Zwei Tage später startete Bruessel Airlines zum zweiten Mal mit weiteren medizinischen Hilfsgütern vom Aid Pioneers e.V. an Board.

Was wird als nächstes geschehen

Die aktuelle Situation in Sierra Leone ist noch immer sehr bedrückend. Daher sind wir weiterhin bemüht, neue Hilfsmittel zu beschaffen. Wir arbeiten eng mit der NDMA, der örtlichen Stadtverwaltung und Ärzten zusammen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ein ehrenamtlicher Verein aus Deutschland namens APOTHEKER HELFEN e.V. hat uns für das Notfallprojekt unglaubliche 8000 € zugesprochen.  Dank der grandiosen Zusammenarbeit mit Pharmafirmen, Krankenhäusern und anderen Organisationen wie Brussels Airlines steht der nächste Flug aus Brüssel bereits fest. Am 17. November hebt das nächste Flugzeug für die leidtragenden Brandopfer in Sierra Leone ab.