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Sierra Leone Flannel Projekt

Hintergrund

Das ist das zweite Aid Project vom Aid Pioneers e.V. in Sierra Leone und birgt große Möglichkeiten in sich. Mit dem Projekt gehen wir Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialstrukturprobleme gleichzeitig an, indem wir ökologische Menstruationsunterwäsche bereitstellen. Die monatliche Periode ist ein massives soziales Problem in dem westafrikanischen Land ist. Es ist ein absolutes Tabuthema und bedarf dringend Aufklärung, um das Thema zu entstigmatisieren. Studien zeigen, dass die Schulbesuchsquote von Mädchen deutlich niedriger ist als die von Jungen, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass Frauen während ihrer Periode als „unrein“ gelten. In vielen Teilen Westafrikas sind Hygienestandards wie der Zugang zu Wasser, sanitären Anlagen und Hygieneeinrichtungen nicht ausreichend. Dazu kommt, dass es vielen Mädchen und  Frauen an praktischen Anleitungen für den Umgang mit Hygieneartikeln und deren Verwendung fehlt. Unser Projekt mit dem Sierra Leone Hockey Trust hat uns gezeigt, dass es zahlreiche weitere Möglichkeiten gibt, in diesem wunderschönen Land humanitäre Hilfe zu leisten.

Unser Projekt

Angesichts dieses gegenwärtigen sozialen Problems wurde uns schnell klar, dass ein Konzept gebraucht wird, welches das Potential hat, mehrere der Probleme gleichzeitig zu lösen. Nur so können wir eine nachhaltige Wirkung erzeugen. Als erstes muss sichergestellt werden, dass die Mädchen und Frauen Zugang zur Menstruationsunterwäsche erhalten, welche sie dann einfach und bequem nutzen und wiederverwenden können. Zweitens ist es wichtig, Normalität zu schaffen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Dazu suchten wir nach einem Projekt, das zur Stabilisierung der Wirtschaft Sierra Leones beiträgt und Beschäftigungsmöglichkeiten schafft.

Der Aid Pioneers e.V. setzte sich mit Uman Tok in Verbindung, einer lokalen NGO, die nachhaltige Menstruations-Sets herstellt. In der Näherei, ein wenig außerhalb von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, stellen 18 Mitarbeiter Sets aus Flanell her. Ein Set kann bis zu drei Jahre lang von Mädchen und Frauen während ihrer Periode verwendet werden. In Zusammenarbeit mit anderen NGOs organisiert Uman Tok regelmäßige Workshops, um sorgfältige Hygiene und verschiedenen Möglichkeiten zu besprechen. Die Informationen sollen Mädchen und Frauen helfen, sich mit ihrer Menstruationshygiene auseinanderzusetzen. Wir als Aid Pioneers e.V. sehen hierbei die Möglichkeit, eine dreifache Wirkung zu erzielen, indem wir Uman Tok in ihrer Mission unterstützen.

Was wir bisher geschafft haben

Uman Tok schilderte uns ausführlich den Arbeitsprozess und folglich die Art und Weise, wie wir sie am besten bei ihrer Mission unterstützen könnten. Um die Menstruation-Sets herzustellen, benötigen sie vor allem Flanell, ein leichtes doch besonders saugfähiges Gewebe. Nach unsagbar vielen Telefonaten, E-Mails und einem Besuch auf einer Textilmesse mit mehr als 800 internationalen Herstellern, konnten wir 2,3 Tonnen Flanell von Lieferanten aus der Türkei und den Vereinigten Staaten beschaffen. Der Flanell wurde über unsere in dem vorherigen Hockeyprojekt aufgebaute Luftbrücke mit Brussels Airlines nach Freetown versendet. Von heute an können mit der Menge Menstruations-Sets für 12 600 Mädchen und Frauen vor Ort genäht  werden. Mit dem Projekt gelingt es uns als Aid Pioneer e.V nicht nur die Probleme im Zusammenhang mit der mangelnden Hygiene zu lösen, sondern auch den regelmäßigen Schulbesuch so vieler Mädchen zu ermöglichen und einen allgemein weniger schambehafteten Umgang mit der Menstruation durch eine angemessene Aufklärung zu fördern.

Was wird als nächstes geschehen?

Angesichts der Skalierbarkeit dieses Projekts planen wir, unsere Vorhaben in den kommenden Monaten auszuweiten. Der nächster Schritt besteht darin, einen Weg zu finden, den Flanell aus lokaler Produktion zu beziehen anstatt importiertes Material anzubieten. Daneben erfuhren wir kürzlich von einer Hamburger NGO, die alte Nähmaschinen restauriert. Die Nähmaschinen eignen sich hervorragend für die Näherei in Freetown. Wie bereits erwähnt, beschäftigt die Näherei derzeit 18 Mitarbeiter, aber wir hoffen, Uman Tok bei der Ausweitung ihres Projekts weiter unterstützen zu können und mehr Menschen in Sierra Leone eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten. Unser Ziel ist es, mit diesem Projekt die Menschen in Sierra Leone zur Unabhängigkeit und einem bewussten Umgang mit der weiblichen Menstruation zu ermutigen.